Monats-Archive: Mai 2014

Tampere Turnauksen klertopaklinto mit dem Bouleclub Oberscheidweiler

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser noch an die Berichterstattung über unser Jubiläumsturnier im Oktober 2013. An diesem Turnier nahmen u.a. auch 6 Mannschaften aus Finnland´s 2. größter Stadt Tampere teil.

Von diesen waren wir eingeladen nun auch mal zu einem Gegenbesuch nach Finnland zu kommen und wir – insgesamt 7 Mitglieder des Bouleclub´s Oberscheidweiler e.V. – ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen.
Vom 30. Mai bis einschl. 02. Juni,2014 reisten wir ab Hahn nach Tampere um dort Land (Stadt) und Leute kennenzulernen und natürlich am Triplette – Turnier des „Tampere Petanque TpQ ry“ teilzunehmen.

Bereits im Vorfeld unserer Reise wurden wir bestens betreut von unseren finnischen Freunden – und so war es nicht verwunderlich, das uns am Flughafen bereits ein 3-köpfiges Empfangskomitee erwartete um uns die Stadt zu zeigen.
Nach einem sehr guten Mittagessen (Büffet mit finnischen Spezialitäten wie Lachssuppe, Rentierbraten, Fisch ohne Ende und vielen Salaten) ging´s dann in einige der zahlreichen (allesamt kostenlos!) Museen der Stadt.

Diese Museen sind nebenher auch sehr interessante Ausstellungen die die Werdegänge der Textilindustrie, Schuhmanufaktur, Stromversorgung, Kommunikation dokumentieren. Selbstverständlich haben wir auch das erste und derzeit noch Einzige Spionagemuseum der Welt, besucht.

Das klingt vielleicht alles sehr anstrengend aber Dank der guten Führung unserer finnischen Freunde hat das niemand von uns so empfunden.

Samstag war dann das 1. Bouletraining angesagt. Schließlich waren wir auf „Leihkugeln“ von den Finnen angewiesen und die galt es erstmal „einzuspielen“.
Bei wirklich strömenden Regen (der pünktlich zum vereinbarten Termin einsetzte) machten wir mit den Finnen einige schöne Spiele im Park.


Dabei fiel uns auf, daß sich niemand an den Regen zu stören schien. Die Kinder spielten seelenruhig weiter und die Spaziergänger und Jogger ignorierten die oft heftigen Regengüsse komplett. Die Erklärung dafür ist einfach:
In Tampere ist es nur an 90 Tagen im Jahr hell (natürlich auch die Nacht) und da nutzen die Finnen jeden Tag, egal wie das Wetter ist, für „Outdoor-Aktivitäten“ um das Tageslicht zu genießen.

Samstagabend war dann Gelegenheit das Nachtleben von Tampere zu erkunden. Schwer fiel eigentlich nur die Entscheidung, in welche der zahlreichen Jazz und Musikkneipen man gehen sollte.
Die Einen setzten sich in eine schicke Jazzkneipe um tolle Musik zu hören und die anderen bummelten durch die Stadt wo es dank der Abschlußfeier der Gymnasien, auch in den Parks, viel Musik und buntes Treiben zu beobachten gab.

Das tolle an dieser Stadt ist aber, das man eigentlich alles gut zu Fuß erreichen kann. Alles liegt ziemlich zentral und die klare Gliederung der Straßen macht es auch für Touristen ohne Führung sehr einfach sich zu recht zu finden.
Nur Biertrinker müssen in Tampere evtl. Abstriche in Geschmack und Preis machen. Hier wird noch in sehr vielen Gaststätten selbst gebraut und auch der Preis ist für unsere Verhältnisse ziemlich hoch. Die richtige Sorte zu finden ist in 3 Tagen auch nicht so einfach. Dagegen sind Longdrinks und Weine richtig günstig – und da gibt es keine negativen Überraschungen.

Der Sonntag stand dann nur im Zeichen des Boule-Turniers. In einem der vielen schönen Parks von Tampere waren die Spielbahnen wunderbar vorbereitet.
Wir wurden natürlich besonders begrüßt und schon bei dieser Gelegenheit meldeten sich die ersten Spieler für unser Turnier am 04.10.2014 bei uns an.
Als Gastgeschenk konnten wir u.a. zwei Festjahresbücher von Oberscheidweiler, die uns Erhardt gespendet hatte, überreichen. Dafür möchten wir auf diesem Wege nochmals Dankeschön sagen.

Es galt für uns nun in 8 Spielen gegen wirklich gute Mannschaften zu bestehen.
Zwar konnten wir leider nicht alle gewinnen – aber wir waren dabei – und das war die Hauptsache.
Wie immer, so auch in Finnland, bekamen interessierte Zuschauer den Eindruck, das die Boulespieler vielleicht ein bißchen verrückt sind, aber im Sinne des Sportgeistes eben den wahren Sportler sind. Hier gibt es keine Streitereien und wenn es doch einmal eine Unstimmigkeit gibt fügt sich jeder Spieler dem Schiedsrichterspruch und dann geht es weiter.

Obwohl niemand von uns finnisch spricht kamen wir Alle mit einander klar. Meine Mutter hatte sich zwar extra ein Wörterbuch angeschafft – aber gebraucht hat sie das nie, weil jeder Teilnehmer (fast alle Finnen sprechen etwas deutsch) bemüht war uns zu verstehen und wenn das dann nicht so richtig klappte, halfen ein paar Brocken englisch auf jeden Fall weiter.
Mit unseren zwei Mannschaften landeten wir zwar nicht auf den vorderen Plätzen aber wir waren sehr stolz auf die gewonnen Punkte die wir gegen sehr starke Teams aus Finnland und Frankreich erzielen konnten. Schließlich hatten wir das Spiel gegen die Vizeweltmeister im Triplette (2012) nur auf 9 verloren – und das ist wahrlich nicht schlecht. Ein Funny (13:0= Höchststrafe im Boule) kassierte keine unserer Mannschaften und wenn wir demnächst etwas mehr miteinander trainieren, können wir sicher im nächsten Jahr wesentlich besser abschneiden.

Aber wir sind nicht nach Finnland gereist um dieses Turnier zu gewinnen sondern um eine freundschaftliche Beziehung zu dem Bouleclub in Tampere aufzubauen.

Wir sind sicher das uns das gelungen ist denn beim Vorstand des Tampere Petanque TPO steht unser Termin schon im Kalender und wenn es 2015 noch günstige Flüge vom/zum Flughafen Hahn gibt werden wir uns sicher wieder gegenseitig besuchen können.